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Im Jahr 2007 hat die AEH eine Studie durchgeführt, die sich mit den Verfahren zur Feststellung und Anerkennung von Behinderungen sowie zur Bewertung der Bedürfnisse behinderter Menschen befasst. Diese Verfahren sind für behinderte Menschen sehr wichtig, weil von dem Behindertenstatus überwiegend die Gewährung derjenigen Rechte, Leistungen und Nachteilsausgleiche abhängen, die behinderte Menschen vor Diskriminierungen schützen und ihnen Gleichberechtigung und Teilhabe ermöglichen sollen.
Die Studie soll auch belegen, inwieweit das Anerkennungsverfahren die Rechte behinderter Menschen respektiert und deren soziale Sichtbarkeit fördert.
Die Studie trifft Feststellungen zu den Gegebenheiten in 15 Staaten der Europäischen Union; sie hebt Parallelen wie auch große Unterschiede hervor. Untersucht werden die Prozesse der Identifizierung und Anerkennung, die den Antragstellern eingeräumten Rechtsmittel, die beruflichen Auswirkungen der Anerkennung sowie die Rolle der Familienangehörigen und Assistenten. Zu diesem Zweck wurde ein Fragebogen entwickelt, der sich an behinderte Menschen und an sachverständige und gut informierte Personen in jedem Staat richtet.
Die Erstellung der Studie wurde von Professor Serge Ebersold, Soziologe an der Universität Strasbourg, begleitet und unterstützt.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die in die Untersuchung eingeschlossenen Staaten das Ziel verfolgen, behinderten Menschen Rechte und einen Platz in der Gesellschaft zu gewähren, dass aber die Wege dorthin sehr unterschiedlich sind. Als Lösung dienen vor allem der medizinische Ansatz, der allerdings überwiegend - bei der ärztlichen Begutachtung der Betroffenen – defizitorientiert gehandhabt wird, und die Beurteilung der beruflichen Leistungsfähigkeit. Die Autoren plädieren für eine Annäherung der Eingliederungswege und –mittel und sehen entsprechende Potentiale in der umfassenden Anwendung der ICF (International Classification of Functioning) der Weltgesundheitsbehörde WHO, der Umsetzung der UN-Konvention bezüglich der Rechte behinderter Menschen und in der Schaffung wirksamer Regelungen gegen Diskriminierungen auf europäischer Ebene.
Die detaillierte Studie können Sie hier in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch herunterladen: